Theaterlabor // Weiße Wahlen
Was passiert, wenn bei einer Wahl in einer westlichen Demokratie über 80 % der Wählerinnen und Wähler leere Stimmzettel abgeben – also „weiß“ wählen?
Ausgehend von diesem radikalen Szenario, das der portugiesische Literaturnobelpreisträger José Saramago in seinem Roman „Die Stadt der Sehenden“ entwirft, entwickelt das Theaterlabor das eindringliche Bild einer Demokratie in der Krise. Was als stiller Protest beginnt, entfaltet sich zu einem düsteren Gedankenexperiment über Macht, Freiheit und die eigene Verantwortung.
Ein 11-köpfiges Ensemble bringt diese Dystopie auf die Bühne: In wechselnden Konstellationen treffen die Figuren aufeinander, diskutieren, streiten, revoltieren und eskalieren. Persönliche Überzeugungen prallen auf politische Strategien, Angst auf Widerstand, Ordnung auf Chaos.
Am Ende bleibt nicht nur die Frage nach dem Zustand der Demokratie – sondern auch eine, die sich direkt an das Publikum richtet: Wie würdest du handeln?
Dauer: 75 Minuten
Es spielen: Stefan Feist, Michael Grunert, Sandra Morgenstern, Joke Oberhokamp, Urszula Plaza, Jelena Quaet-Faslem, Isabel Remer, John Richardson, Christine Ruis, Coco Schneiders, Loreen Wüllner
künstlerische Leitung: Indira Heidemann (Regie), Isabel Remer (Idee und Recherche), Ralph Würfel (Creative Producer)
Bühne und Licht: Ralf Bensel
Gefördert vom Kulturamt Bielefeld und der Stiftung der Sparkasse Bielefeld.
