Double Feature Tanz und Theater: »W wie Wut« und »ScherbenSchrank«

W wie Wut

Tanz-Lecture-Performance
Tanz: Hannah Breuker, Velia Hahnemann und Paula Moré
Inszenierung: Agnetha Jaunich
Bühnenbild: Lena Keller und Mareike Wetzel

„Man sieht eigentlich kaum etwas. Ich trage das nie nach außen.“ Atmen. Stille. Frauen sind
verständnisvoll, umsorgend, mitfühlend; sie sind das emotionale Geschlecht. Nur eine Emotion
gehört nicht zum weiblichen Gefühlsspektrum: die Wut. Wenn Frauen wütend werden, sind sie
hysterisch, reagieren über und werden belächelt. Ein Grund mehr, um wütend zu sein. Drei Frauen
im Spannungsfeld zwischen weiblicher Wut und gesellschaftlichem Self-Silencing.
Die Performance für drei Tänzerinnen beschäftigt sich mit der Kraft der weiblichen Wut, die neue
(künstlerische) Prozesse und Denkweisen ins Rollen bringt. Weibliche Wut wird in unserer
Gesellschaft oft als unweiblich gesehen und durch (self-)silencing unterdrückt. In Liberation of
female anger wird das Thema künstlerisch aufgegriffen. Es soll ein öffentlicher Diskurs anzustoßen
werden. Mittels Zeitgenössische Tanz, Stimmarbeit und biografisch-dokumetarischen Texten wird
die emotionale Geschlechterungleichheit untersucht. Es geht um die Frage: „Was wäre, wenn wir
unsere Emotionen ent-gendern?“ Tanz und Stimmarbeit sollen zu einer authentischen
Ausdrucksweise für die Performerinnen entwickelt werden. Gesellschaftlich manifestierte Bilder
werden beleuchtet und mit dem Wechsel Gender-normativer Erwartungen gespielt.

Die biografischdokumentarische, tänzerische und stimmliche Auseinandersetzung ermöglicht eine tiefgreifende
und ganzheitlich künstlerische Auseinandersetzung.
Frauen werden in unserer Gesellschaft immer noch als das emotionalere Geschlecht dargestellt,
jedoch gehört Wut nicht zu dem Spektrum der akzeptierten Emotionen. Sätze wie: „Hast du deine
Tage oder warum regst du dich so auf?“ führen zu einer negativen Konditionierung, welche viele
Frauen als normal akzeptieren und ihre eigene Wut als unweiblich ansehen. In dem Projekt
Liberation of female anger möchte ich das Thema künstlerisch aufgreifen und durch die
Performance einen öffentlichen Diskurs anzustoßen.
Sie soll das gesellschaftliche und Gendernormative Bild von der weiblichen Wut hinterfragen.

 

 

ScherbenSchrank

Schauspiel/Stimme/Körper/Musik
Schauspiel: Alina Tinnefeld & Yuri Birte Anderson
Musik: Karin Scheithauer

Unter der dritten feministischen Welle, ganz tief unten im Ozean des kollektiven Bewusstseins,
schlummern noch die braven, angepassten, pflegenden, brütenden, umsorgenden, flickenden
Frauenbilder.Ein Schrank mit unzähligen Schubladen. Jeder Schublade gefüllt mit Scherben. Zerbrochenen
Frauenbilder, die im dunklen weiter ihre Runden drehen. Irgendwo im Unterbewusstsein, nicht
mehr funktionieren können, und dennoch heute unsere Gefühlswelten prägen. Verschwommen,
verzerrt, aufgespalten, zerbrochen in Dauerschleifen. Gestalten die nicht mehr in ihre Passung
finden können.
Ein lustvolles erforschen von Disfunktionalitäten, Körper in Spannungen, Stimmen im Ausbruch,
Musik in Auflösung. Aus der Zeit enthobene Charaktere verwoben, ineinander gedreht in
Dauerschleifen. Stimme, Gesang, und Schauspiel. Ein künstlerischer Dialog zwischen den
Generationen.
Inspirationsmaterial werden Interviews und dokumentarisches Material von und über Frauen sein,
die verfremdet in die Performance einwoben werden.
Objekte wie zerbrochenes Porzellan und Scherben werden in das Bühnenbild integriert, und der
Sound wird in einer audiovisuellen Collage mit Live Gesang und Musik eingewoben

 

Eintritt: 24,- / erm. 15,-

Reservierung und Karten unter: agnetha.jaunich@web.de

 

Veranstalterinnen: Agnetha Jaunich und Alina Tinnefeld

Datum

27.08.2021

Uhrzeit

19:00
Tor 6 Theaterhaus

Veranstaltungsort

Tor 6 Theaterhaus
Hermann-Kleinewächter-Str. 4
Kategorie